Awareness

Das Calluna Awareness Team – Wer sind wir?
Im Rahmen des Calluna Festivals haben wir uns als Awareness Team zusammengefunden.
Damit machen wir uns zur Aufgabe, Awareness-Strukturen sowohl innerhalb des Calluna Teams als auch auf dem Festival zu verankern. Um dies zu verwirklichen, setzen wir uns
theoretisch mit vorhandenen Awareness-Konzepten und der spezifischen Situation des
Calluna Festivals auseinander. Unsere Arbeit basiert dabei auf konstruktivem Austausch,
dem Hinterfragen eigener Handlungs- und Denkmuster und dem gemeinsamen Entdecken
alternativer Wege. Darauf aufbauend gestalten wir unsere Präsenz auf dem Festival. Konkret stehen wir für euch als direkte Ansprechpartner*innen zur Verfügung, organisieren interaktive Workshops und schaffen einen Rückzugsort, das AwareNest.
Bei all unseren Aktivitäten freuen wir uns, wenn ihr eure Erfahrungen und Ideen mit uns teilt. Anregungen und Feedback sind willkommen!

Was bedeutet „aware sein“ für uns?
Im Calluna Verein verstehen wir unter „Awareness“ Achtsamkeit und Bewusstsein. Das
bedeutet für uns, aufmerksam zu sein, persönliche Grenzen zu respektieren und zu
kommunizieren, uns unserer Privilegien bewusst zu werden und diese nicht auszunutzen. Wir verstehen uns als Teil einer Gesellschaft, die von hierarchischen Machtstrukturen durchzogen ist, in der wir geprägt wurden und werden. Dieser Prägungen wollen wir uns bewusst werden, sie reflektieren und aufbrechen. Awareness bedeutet für uns, Bedürfnisse von Menschen, belebter und unbelebter Natur zu erkennen und zu achten. Dabei verstehen wir Awareness als eine Haltung und als einen Lernprozess, in den wir uns begeben, um uns immer wieder zu hinterfragen und dazu zu lernen.

Wir möchten Menschen und sozialen Dynamiken mit offenen Augen begegnen, Situationen
erkennen, in denen persönliche Grenzen überschritten werden und Unterstützung anbieten. Uns ist es wichtig, deutlich zu machen, dass alle Menschen auf dem Festival die
Verantwortung tragen, jegliche Art von Grenzüberschreitungen und Diskriminierungen
vorzubeugen. Beim Calluna Festival möchten wir an einem Raum arbeiten, in dem alle
Menschen sich wohl fühlen und gemeinsam feiern, sein und lernen können. Dabei ist dieser
Raum eine Begegnungszone, in der wir mit Grenzüberschreitungen umgehen wollen. Durch
die Präsenz des Awareness-Themas erhoffen wir uns gemeinsam über Diversitäten und
Machtstrukturen in unserer Gesellschaft zu lernen, für Grenzüberschreitungen zu
sensibilisieren und ihnen vorzubeugen.
 
Warum brauchen wir Awareness?
Unsere Gesellschaft ist geprägt von Ausbeutungsmechanismen von Mensch und Natur und verankerten Machtverhältnissen. Die Auswirkungen dieser Strukturen zeigen sich in
Diskriminierungen, aber auch in verheerenden Umweltzerstörungen durch die Durchsetzung kapitalistischer Interessen und der ungerechten Verteilung materieller und immaterieller Ressourcen, die sich in Armut und sozialen Ungerechtigkeiten zeigen. Dafür wollen wir Bewusstsein und Achtsamkeit schaffen. 
Wir erhoffen uns von Awareness auf dem Calluna Festival:
  • einen Raum zum Begegnen, Lernen und Feiern zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen
  • Sensibilität für Menschen und Natur zu stärken
  • Diskriminierungen vorzubeugen
  • verbalen und körperlichen Übergriffen und Angriffen vorzubeugen
  • Verständnis füreinander zu stärken
Wie Arbeitet das Awareness Team auf dem Festival?  
Die Awareness-Arbeit auf dem Calluna Festival äußert sich vielfältig. Grundlage ist der
Anspruch an alle, für ein achtsames und respektvolles Miteinander zu sorgen. Das Awareness Team handelt nicht nur in akuten Konfliktsituationen, sondern wir betrachten es auch als unsere Aufgabe, eine Stimmung der Aufmerksamkeit zu kreieren. Konkret stützt sich unsere Arbeit auf vier Pfeiler: DasAwareness Teamist zu jederzeit auf dem Gelände präsent. Ein Raum der Erholung bietet dasAwareNest, welches rund um die Uhr aufgesucht werden kann. Außerdem gibt esVerhaltensrichtlinien, die im Vorfeld grenzüberschreitendes Verhalten verhindern sollen. Während des Festivals finden durch das Awareness Team kuratierte Workshopsstatt, in welchen sich gemeinsam weitergebildet werden kann. Das Awareness Team hat sich somit die Aufgabe gestellt, während des Festivals grenzüberschreitendes Verhalten zu verhindern (Prävention), in grenzüberschreitenden Situationen Ansprechpartner*innen zu sein (Intervention) und Räume zur Erholung zur Verfügung zu stellen (Postvention).
Awareness Team
Das Awareness Team ist während des gesamten Festivals ansprechbar. Wir organisieren
uns in einem Schichtsystem, sodass zu jeder Uhrzeit Menschen für dich erreichbar sind. Du

erkennst uns an unserem Erkennungszeichen (tbd: Warnweste, Armbinde, T-Shirt) und
erreichst uns auf dem Awareness Telefon. Das Team ist außerdem über ein Funkgerät von
allen anderen Festival Teammitgliedern kontaktierbar. Zu jeder Schicht führen wir Wasser,
Traubenzucker, Funkgerät und das Awareness Telefon mit uns.
Wir sehen es als Aufgabe aller Festivalbesucher*innen und Crewmitglieder, für ein achtsames und respektvolles Miteinander zu sorgen. Wenn es dennoch zu grenzüberschreitendem Verhalten kommt, reagieren wir wie folgt:
 
  • Wir stehen klar hinter der betroffenen Person.
  • Wir stellen keine Erfahrungen in Frage.
  • Wir geben keine Informationen an Dritte weiter.
Um die oben beschriebenen Punkte bestmöglich zu erfüllen und in schwierigen Situationen
angemessen handeln zu können, bilden wir uns kontinuierlich weiter und unterstützen uns
innerhalb des Teams.

AwareNest
Das AwareNest ist ein von dem Awareness Team gestalteter Rückzugsort auf dem Festival,
der vor allem der Erholung dienen soll. Hier gibt es die Möglichkeit, Tee zu trinken und kleine wohltuende Snacks zu erwerben. Außerdem kannst du Wärmflaschen ausleihen und es dir mit Decken und Kissen gemütlich machen.
Verhaltensrichtlinien
Als Veranstalter*innen behalten wir uns vor, von unserem “Hausrecht” Gebrauch zu machen und Personen, die durch diskriminierende oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind oder diese durch etwaige Symbolik zum Ausdruck bringen, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. 

Wir möchten einen achtsamen Raum schaffen, in dem sich alle unabhängig von ihrem

Geschlecht frei fühlen können. Oftmals verwehren vorherrschende Körpernormen,
Sexualisierung und sexistisches Denken es FLINTA*1, oberkörperfrei zu sein – es ist also nicht unbedingt für alle gleichermaßen möglich. Deshalb behalten wir uns vor, diejenigen nicht zu bedienen, die kein T-Shirt tragen (ausgenommen hiervon sind stillende Personen und Kinder). 

1
FLINTA* – Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender/ageschlechtliche Personen

Workshops
Wir organisieren Bildungsangebote zu Themen, die mit Awareness-Arbeit verbunden sind.
Beispiel für ein Workshop-Format kann die Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien sein wie zum Beispiel kritische Männlichkeit und kritisches Weißsein. Es können aber auch
theoretische Themen wie Feminismus oder postkoloniale Ansätze diskutiert oder praktische Workshops wie zum Beispiel Argumentationstraining gegen Rechts angeboten werden. Unsere Motivation für die Workshops ist es, aufmerksames Verhalten gegenüber
Mitmenschen und belebter und unbelebter Umwelt zu stärken.
Abgrenzung
Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir keinen Raum, der frei von jeglichen
Grenzüberschreitungen ist, gewährleisten können. Wir tun aber uns Möglichstes darauf
hinzuarbeiten. Des Weiteren sind wir nicht für den körperlichen Schutz von Menschen
verantwortlich. Wir können Menschen vom Festival verweisen, setzen dies aber nicht physisch um. Du kannst uns gerne ansprechen, wenn du Hilfe vom Security Team benötigst, denn wir arbeiten eng mit diesem zusammen.

Noch mehr Infos hier



aWARENESS KONZEPT ALS pdf
Hier unser Awareness Konzept nochmal als PDF Format zum angucken. Es steht dir offen die Informationen weiterzuverwenden. Sag uns gerne bescheid, wie du die Informationen nutzt. Außerdem würde es uns freuen, wenn du dabei die Autor*innen benennen würdest und so für eine Anerkennung unserer Arbeit sorgst.