Calluna – Nachhaltigkeit

Ein Festival für nachhaltige Entwicklung? Wie geil ist das denn?!

Seit der ersten Idee eines Festivals für nachhaltige Entwicklung stellen wir uns bis heute immer wieder die Frage, wozu wir das eigentlich machen. Es gibt doch schon reichlich Festivals auf dem Markt! Und wie schaffen wir es, dass es nicht einfach nur eine weitere Ressourcen-schluckende Party mit riesigem ökologischem Fußabdruck wird?

Die Antwort liegt in der Methode selbst. Unserer Ansicht nach steht uns allen lediglich dann eine lebenswerte Zukunft bevor, wenn wir diese nachhaltig gestalten. Ein erster Schritt ist der verantwortungsbewusste Umgang mit unserem Wissen, unseren Fähigkeiten und Ressourcen. Was anderes haben wir ja erstmal noch nicht. Neue Wege und Mittel zu entdecken ist dabei genauso wichtig wie auf Bestehendes zurückzugreifen, um die Ziele zu erreichen, die für eine nachhaltige Entwicklung formuliert sind.

Wir sind Forschende, Musizierende, Kunstschaffende, Gestaltende, Organisierende und Anpackende +++ wir dürfen ein kleines Stück Land für unseren guten Zweck bespielen. Wir lieben es draußen zu sein, wir lieben leckeres Essen und gute Drinks, das Miteinander und Musik. Wir haben nicht nur Lust, sondern auch das große Glück und die Möglichkeiten, im Rahmen unseres hierfür gegründeten Vereins Calluna Festival für nachhaltige Entwicklung e.V. genau das erleben und gestalten zu dürfen.

Unser Nachhaltigkeitskonzept orientiert sich u.a. an den 2015 formulierten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Da ein Festival grundsätzlich allen Bedürfnissen des menschlichen Daseins und Miteinanders sehr komprimiert begegnet, haben wir hier ein idealen Forschungs- und Spielraum, um handlungsorientiert und pragmatisch Ideen umzusetzen und auszuprobieren. Wir legen unserem Handeln Prinzipien zu Grunde, die in unserem Selbstverständnis nachzulesen sind. Grundsätzlich gilt für uns, einen Lern- und Lebensweg prozessorientiert zu begehen und nicht voreilig zu einfachen Lösungen zu stolpern. Dieser Prozess kostet Zeit und läuft manchmal nicht ganz so schnell wie wir uns das erhoffen würden. Dennoch werkeln wir Schritt für Schritt an unserem Festival für nachhaltige Entwicklung.

Etwas konkreter?
Hier ein Paar Punkte an denen man unser Anliegen erkennen kann:

  • Energie.
    Der Hof, auf dem das Calluna-Gelände zu Hause ist, produziert das ganze Jahr über Energie aus regenerativen Quellen wie PV und Biomasse. Somit wird garantiert, dass das Festival zu 100% mit Ökostrom versorgt wird. Davon profitieren nicht nur der Betrieb und Veranstalter, sondern alle Menschen.

  • Bäume pflanzen.
    Das Team und die Besuchenden des Festivals schaffen CO2-Senken indem Pflanzaktionen z.B. für regionale Baumarten über das Jahr verteilt vom Verein organisiert werden.

  • Unsere eigene Festival Küche.
    Wir setzen beim Kauf auf Produkte aus der Region, vorzugsweise aus biologischem Anbau. Seit letzten Jahres entsteht hier ein Steinofen – damit wird es möglich sein, effizienter Kochen und dabei auf regionale und regenerative Energieträger wie Holz setzen zu können.

  • Kooperation in Kultur und Bildung
    Wir haben Kulturschaffenden aus Musik, Kunst und Bildung einen Rahmen gestaltet, indem sie mit Festivalbesuchenden einen Zugang zur Natur, sich selbst und dem Miteinander geschaffen haben. Bildung verstehen wir als essentiellen Baustein für eine nachhaltige Entwicklung. Auch das Bilden von Netzwerken zählt dazu.
    So haben wir mit La Pochette Surprise Records eine Plattenfirma aus Hamburg mit an Bord, die mit ihren Künstler:innen neue Wege sucht, ihre Musik zugänglich zu machen und dabei sehr stark auf die Gemeinschaft setzt.

  • Kooperation mit Goldeimer.
    Deren Komposttoiletten verzieren seit Beginn des Calluna unser Gelände. Die gemeinsame Arbeit mit Goldeimer war eine der Grundlagen für die ersten Versuche unseres nachhaltigen Festivals.

  • Ressourcenschonung.
    Die Crew lebt eine Woche vor Beginn des Festivals fast ausschließlich auf dem Hof. Dies ermöglicht individuelle Mobilität gering zu halten, wie auch lange Wege zu vermeiden – das Gelände ist halt schon ziemlich tief in der Heide. Das Leben auf dem Hof entspricht unseren Prinzipien und jede/r von uns verbraucht so wenig Ressourcen wie sonst nie im Alltag. Besonders beeindruckt sind wir von der Menge an Müll, die nicht! produziert wird durch unsere verpackungsarme Großküchenversorgung mit den dementsprechenden Mengen.

  • Logistik und Infrastruktur.
    Das Dach, das wir zum ersten Festival über unserer Bühne errichtet haben, dient dem hiesigen Betrieb als Unterstand für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Der Steinofen wird nicht nur für das Calluna Festival genutzt. Durch diese infrastrukturellen Maßnahmen wird unsere Arbeitszeit auf den folgenden Veranstaltungen für andere Tätigkeiten einsetzbar. Ein wenig Rückbau nach dem Festival bleibt selbstverständlich. Alles Weitere versuchen wir nach dem Prinzip des geringsten Energieaufwands und kürzester Wege zu organisieren.